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Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.

Erfolgreiche Herbstversteigerungen der Prädikatsweingüter an der Mosel, im Rheingau und an der Nahe

 

Trier/Eltville/Bad Kreuznach:

Am 24. bzw. 25.09.2005 fanden die traditionellen Weinversteigerungen der Regionen Mosel-Saar-Ruwer, Nahe/Ahr und Rheingau statt. Mit den erzielten Preisen, die in der Spitze 7.050,00 € für eine Rarität und 850,00 € für eine Flasche des jüngsten Jahrgangs erreichten, sind sowohl Winzer als auch Auktionatoren höchst zufrieden.

 

Die Ergebnisse der Versteigerungen zeigen erneut, dass der Jahrgang 2004, dessen Vegetationsverlauf eine große Herausforderung (nicht nur) für die VDP-Winzer war, einen exzellenten Ruf unter Weinprofis besitzt. Die Spitzenweine bestechen durch eine intensive und klare Frucht, die von Weinkennern hoch geschätzt wird. Zum ersten Mal in der Geschichte der VDP-Weinversteigerungen hatten Interessierte die Möglichkeit, ihr Angebot über das Internet abzugeben.

 

Auf der eigens eingerichteten Internetseite konnten die Versteigerungsangebote eingesehen und –gebote platziert werden. Weinversteigerungen haben bei den Prädikatsweingütern eine große Tradition. So wurde der VDP ursprünglich als Verband der Naturweinversteigerer zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gegründet. Noch heute sehen die Prädikatsweingüter ihre Aufgabe in der Pflege der deutschen Weinkultur und halten an der Tradition der Versteigerung der hochwertigsten Weine und besten Partien eines Jahrgangs fest, die nicht auf dem freien Markt erhältlich sind.

 

Der Rekord für die bestbezahlte Flasche liegt bei 53.000 DM (27.098 EUR) und wurde 1985 im Rheingau für einen Wein des Weingutes Schloss Schönborn aus dem Jahr 1735 bezahlt. Alle 10 bis 15 Jahre wird vom VDP-Bundesverband eine Spitzenweinversteigerung organisiert, bei der ausschließlich Raritäten unter den Hammer kommen. Zuletzt fand die Spitzenweinversteigerung 1997 im Kurhaus Wiesbaden statt.

Mosel

Mosel-Saar-Ruwer:

 

Die Versteigerung am Mittwoch, den 21. September konnte nahtlos an die vergangenen 117 Versteigerungen anschließen. Unter den Hammer des Auktionators Eberhard von Kunow kamen rund 11 000 Flaschen Riesling aller Qualitätsstufen vom Kabinett bis zur Trockenbeerenauslese. Das internationale Publikum setzte sich aus Weinhändlern, Journalisten und Sommeliers aus der Schweiz, Benelux, Italien, England, USA, Asien, Frankreich und Italien zusammen.

 

Zahlreich nutzen die Gäste die einmalige Gelegenheit, die Rieslinge der VDP-Spitzenweingüter von Mosel, Saar und Ruwer vor Ort zu verkosten. Die Ergebnisse für den aktuellen Jahrgang erreichten bis zu 437,78 Euro für die 0,75l-Flasche einer Riesling Auslese der Lage Erdener Prälat des Weinguts Dr. Loosen. Gefolgt wurde dieses Höchstgebot von einer Scharzhofberger Auslese des Weingutes Egon Müller-Scharzhofberg für ca. 280,00 € und einer Riesling Auslese aus der Lage Graacher Himmelreich für ca. 250,00 € des Weingutes Joh. Jos. Prüm.

 

Bei den Unikaten aus älteren Jahrgängen lag die Preisspanne entsprechend höher. Teuerster Wein des Tages war ein 1998er Scharzhofberger Riesling Eiswein, der seinen Ausrufpreis von 300,00 € mehr als verfünffachte und für 1.550,00 € über den Auktionatorstisch ging. Auch der zweit teuerste Wein aus dem Haus S.A. Prüm, ein 2003er Wehlener Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese konnte seinen Ausrufpreis steigern und wechselte für ca. 700,00 € den Besitzer.

Nahe

Nahe/ Ahr:

 

Am Sonntag, den 25. September fand die 54. Weinversteigerung des VDP Nahe-Ahr statt. Ein spannendes Zusammenspiel der Ahr-Spätburgunder und der Nahe-Rieslinge, wobei wie erwartet die Ahr-Spätburgunder die höheren Preise erreichen konnten. Bis zu 102,00 € wurde für eine 0,75l Flasche 2004er Walporzheimer Kräuterberg Spätburgunder aus dem Weingut Meyer-Näkel bezahlt.

 

Bei den Nahe-Rieslingen konnte eine 2004er Oberhäuser Brücke Riesling Eiswein Goldkapsel aus dem Weingut H. Dönnoff 430,00 € erreichen. Der Spitzenpreis des Tages wurde für eine 1976er Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Trockenbeereauslese aus der Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim bezahlt. Bei genau 1000,00 € gab Auktionator Hans-Jürgen Podzun den Zuschlag für eine 0,7 ltr. Flasche.

 

 

Rheingau:

 

Die Weinversteigerung im Rheingau war geprägt von Superlativen. Nicht nur die teuerste Rarität, sondern auch der teuerste Wein eines aktuellen Jahrgangs ging hier über den Auktionatorstisch. Für Aufsehen sorgte eine 1936er Rüdesheimer Berg Schlossberg Riesling Trockenbeerenauslese aus den Kellern der Hessischen Staatsweingütern. Angesetzt zu einem Taxpreis von 500,00 € erbrachte eine Flasche dieses Weines am Ende 7.050,00 €. Dies entspricht einer Steigerung des Taxpreises um 1.310%.

 

Auch der aktuelle Jahrgang war bei den Steigenden beliebt. Eine 2004er Riesling Trockenbeerenauslese Goldkapsel vom Kiedricher Gräfenberg schaffte immerhin eine 325% Steigerung ihres Taxpreises. Der Wein aus dem Haus Robert Weil war mit 200,00 € angesetzt und wechselte erst beim Rekordpreis von 850,00 € den Besitzer.

 

 

Die VDP-Güter ernten ca. 2 % der deutschen Weinmenge, bewirtschaften 3,5 % der deutschen Rebfläche und erlösen über 8 % des Deutschwein-Umsatzes. Unbestritten ist die Riesling Kompetenz der Prädikatsweingüter: Innerhalb des VDP sind 54 % aller Weinberge mit Riesling bepflanzt. Diese 2.050 ha entsprechen 6,5 % des Welt-Riesling-Anbaus und 10 % der deutschen Rieslingfläche. Deutschland hat mit 102.000 ha, 1,3% der Weltrebfläche und erntet im Durchschnitt 10 Mio hl (3,8% der Weltweinerzeugung). 25% der Weinmengen werden exportiert. Der Anteil Rot/Weiß hat sich in den letzten Jahren von 80/20 auf 64/36% verschoben.

 

VDP

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